meerkampf.watt? Fortsetzung

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Die “Wattleten", kommen aus den verschiedensten sozialen Schichten der Region. Sie alle verbindet die Metamorphose im Schlick: Wie im Karneval sind alle gleich, und erlaubt ist, was gefällt. Helden sind die, die kaum noch als Individuen erkennbar sind. Auf ihre Art bereiten sie sich jeweils auf die Wattolümpiade vor: Trainieren im Schlick, basteln Kostüme und wissen spätestens beim Blick auf den dunklen Himmel, dass sie in einer benachteiligten Region leben. Aber Aufgeben? Sie haben die Erfahrung gemacht: Der Regen kommt und geht. Wie die Flut.

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Mark Riemann ist als Chef einer Bäckerei gleichzeitig “Wattlet" und kleiner Sponsor der Wattolümpiade. Seine Mannschaft ist jedes Jahr dabei, auch wenn sie noch nie ein Spiel gewonnen hat.

Der “Wattikan" ist auf Leute wie Mark Riemann angewiesen. Denn das Konzept der Wattolümpiade ist simpel: Alle Unkosten werden durch Sponsoren abgedeckt, damit die Eintrittsgelder komplett gespendet werden können.

Der Este Erki Alamaa ist in der Nähe von Brunsbüttel verheiratet. Jedes Jahr holt er seine Freunde aus Osteuropa an die Nordsee und tritt als estnische “Wattional-Mannschaft" an. Ihre Spezialität ist der Aal-Staffellauf, bei dem sie die Gegner in Schlick und Boden rennen. Und wie keine andere Mannschaft genießen sie die Symbiose mit dem Schlick, der sie zu archaischen Figuren werden lässt.

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meerkampf. watt? zeigt einen ungewöhnlichen Kosmos in einer Region fernab der Ballungszentren. Die Beteiligten unterbrechen die Routine ihres Alltags und stampfen bei Sturm und Regen ein Spektakel aus dem Watt, das trotz seines ernsten Hintergrunds nicht ganz von dieser Welt zu sein scheint. Mit ihrer liebenswerten Sturheit erreichen, sie, womit kaum jemand gerechnet hat: 3.000 Besucher kommen, um beim Spaß im Schlick zuzusehen. Die Beharrlichkeit und Euphorie von Jens Rusch und seinem “Wattikan“ sind ansteckend.

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