meerkampf.watt?

die besonderen kämpfe der menschen am deich

Sie betrachten das Watt der norddeutschen Elbmündung als kreative Spielwiese: Die Macher der “Wattolümpiade“. Vordergründig geht es um die sinnliche Lust am Schlick, um sportähnliche Wettkämpfe bei Ebbe und um die eigenwillige Gedankenwelt der “Watt-Psychologie“. Dahinter geht es mit dem Künstler Jens Rusch als Hauptfigur um Krebserkrankungen und Spendengelder für Beratungsstellen, um das Niemals-Aufgeben und um eine von Ebbe und Flut geprägte Haltung zum Leben.

item3

Das Team des Dokumentarfilms meerkampf. watt?
hat 2007 und 2008 über mehrere Monate die Organisatoren sowie einige Teams, die an der Wattolümpiade teilnehmen, begleitet. Als “Wattikan“ und “Wattleten" berauschen sie sich an den Wettkämpfen, die an einem Nachmittag im Sommer stattfinden. Wichtigste Disziplinen: Watt-Fußball, Watt-Handball und Aal-Staffellauf.

Der Film wurde von der Kulturellen Filmförderung Schleswig-Holstein gefördert und von der Stadt Brunsbüttel bezuschusst. Der Regisseur ist in Brunsbüttel groß-geworden und kennt einige der Hauptfiguren seit über 20 Jahren. Zwei Kameras waren ständig im Einsatz und haben im HD Format den trotzigen, beharrlichen, grotesken und komischen Weg der Protagonisten begleitet. Eine Deich-Komödie, ein existenzielles Drama. Anarchischer Spaß trifft auf trockene Ironie, Watt-Philosophie trifft auf norddeutsche Sturheit.

Jens Rusch ist Maler und bundesweit renommierter Radierkünstler, der als Sohn eines Fischers an der Nordsee aufgewachsen ist. Er ist überzeugt: Ebbe, Flut und die amphibische Landschaft des Watts haben die Menschen hier geprägt. Mit Gleichgesinnten hat Jens Rusch das “Wattpsychologische Institut“ gegründet - ein Sammelbecken hintersinnigen Un-Sinns. Jens Rusch weiß, dass “Wattpsychologie“ für viele Leute albern klingt, aber für ihn und den “Wattikan" ist sie der gedankliche Hintergrund der Wattolümpiade.

item4

2002 bekam Jens Rusch die Diagnose: Krebs. Die Ärzte gaben ihm noch ein halbes Jahr. Er hat bisher überlebt, aber er weiß, dass er jederzeit einen Rückfall bekommen kann - und sammelt seit 2004 durch die Wattolümpiade Spendengelder, mit denen die Krebsgesellschaft in der Region Beratungsstellen eingerichtet hat.

Die gute Seele des “Wattikans" ist Hans Sievers. Vor fünf Jahren sind seine Eltern zu ihm gezogen, im Frühjahr 2007 ist sein Vater gestorben: Lungenkrebs, Spätfolge von Asbest. Statt lange Segeltörns zu machen kümmert er sich jetzt um seine Mutter, die nicht gern allein zu Hause ist. Und er kann sich bei der Wattolümpiade als Bastler austoben: Für das olümpische Feuer hat er eine eigenwillige Konstruktion entwickelt.

weiter >>




Filmformat

HD Cam
87 min
1:1,85
Farbe, Stereo

Produziert von
Frank D. Müller und Circles Filmproduktion GmbH, Markus Penth

Gefördert durch die Kulturelle Filmförderung Schleswig-Holstein aus Mitteln der Unabhängigen Landesanstalt für Rundfunk und neue Medien (ULR) und der Stadt Brunsbüttel

item2a

Buch, Regie
Frank D. Müller

Bildgestaltung, DOP
Holger Seidel

Musik/Sounddesign
Guido Hieronymus

Kamera
Matthias Zuber

Ton
Konstantin Kirilow

Montage
Ulrike Tortora
Frank D. Müller

Mitwirkende:
Jens Rusch
Michael Behrendt
Oliver Kumbartzky
Hans Sievers
Mark Riemann u.a.